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Peak Gas –
Über die Zukunft der Erdgasversorgung

Dieser Text ergänzt unseren Peak-Oil-Text um das Thema Kohle.

In sehr beschränkterem Umfang kann Erdöl auch durch Kohle ersetzt werden. Dies geschieht durch stärkere Nutzung von Ölkraftwerken zur Stromerzeugung (in Deutschland hat Erdöl nur einen Anteil von etwa 2 % an der Stromversorgung), oder durch Kohleverflüssigung. Jedoch ist die Kohleverflüssigung mit hohem Energieaufwand und besonders hohen CO₂-Emissionen verbunden. Durch diese beschränkte Ersetzbarkeit entsteht eine gewisse Koppelung des Kohlepreises an den Ölpreis.

Grundsätzlich gelten für den Verlauf der Förderung von Kohle die selben Mechanismen wie für Erdöl, das heißt auch hier werden die leicht zu erschließenden Felder zuerst ausgebeutet, es gibt ein Fördermaximum, anschließend geht die Förderung zurück, währen mit immer höherem Aufwand an schwer zu erschließenden Stellen mit immer geringerer Ergiebigkeit gefördert wird. Die Hubbert-Kurve ist grundsätzlich auch für Kohle anwendbar.

Der Bedarf an Kohle wächst besonders durch die stark steigende Nachfrage in China und Indien stark an. Treiber sind hier die Stromerzeugung sowie die Stahlverhüttung. Bei der Kohle wird häufig eine statische Reichweite von 200 Jahren angegeben. Jedoch beruht diese Angabe auf der sehr dürftigen Datenlage der offiziell bekannt gegebenen Reserven. Diese Statistiken sind oft veraltet, häufig überhöht und wurden oft seit Jahren nicht mehr aktualisiert. Deutschland kann als Lehrbeispiel für die dürftige Datenlage herhalten: Im Jahr 2004 wertete das Bundesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe die deutschen Steinkohlereserven kommentarlos um 99 % (!) von 23 Mrd. Tonnen auf 0.183 Mrd. Tonnen ab. Die weltweit gemeldeten Kohlereserven wurden zwischen 1976 und 2007 um 55 % abgewertet, viel stärker als ein Rückgang aufgrund der Förderung zu erwarten wäre.

ASPO Deutschland geht Bezug nehmend auf eine Kohle-Studie der Energy Watch Group von einem Kohlefördermaximum bereits um das Jahr 2025 aus, selbst wenn diese wahrscheinlich zu optimistisch ausfallende Datenlage als Grundlage dient. „Bis dahin prognostiziert jedoch die Internationale Energieagentur einen viel schneller steigenden Bedarf, was wiederum die Preise in die Höhe treiben dürfte“, so die Energy Watch group. Außerdem könnte das Kohlefördermaximum aufgrund überbewerteter Reserven noch deutlich früher eintreten. Unmittelbar vor der Weltwirtschaftskrise 2008, parallel zur Preisexplosion bei Erdöl, stieg auch der Kohlepreis rasant an und vervielfachte sich innerhalb kürzester Zeit. Erst die Weltwirtschaftskrise mit der in der Folge geringeren Nachfrage nach Energierohstoffen ließ den Kohlepreis wieder zurückfallen, jedoch auf ein deutlich höheres Niveau als vor dem Preisschub. „Dies ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Kohleförderung nicht mehr schnell genug mit der steigenden Nachfrage der Weltwirtschaft wachsen kann“, so die Energy Watch Group.